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Suche den Frieden und jage ihm nach!

Aus dem Gemeindebrief Dezember 2018 / Januar 2019

Das Titelbild des Gemeindebriefs zeigt ein Bild der Künstlerin Stefanie Bahlinger zur Jahreslosung für 2019 aus Psalm 34: Suche Frieden und jage ihm nach. An anderer Stelle heißt es ausführlicher: „Denn wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, … wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach.“
Diesen Aufruf zum Frieden fand ich heute morgen sinngemäß in der Be- richterstattung über den Waffenstillstand nach dem Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren. Die Gedanken zu Hintergrund, Versöhnung und Frieden sind wichtig, richtig und zeitlos gültig.
Frieden – ein aktuelles Thema, gerade jetzt, wo Krieg, Vertreibung und Gewalt die Nachrichten bestimmen. Das Leid ist groß, und da mag die Weihnachtsbotschaft etwas weltfremd klingen, wenn es bei Lukas 2 in einer modernen Übersetzung heißt: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Doch von nichts kommt nichts. Wir selbst sind gefordert: Suche den Frieden und jage ihm nach, setze dich für ihn ein.
Frieden geht nur miteinander, zu zweit, zu dritt, zu vielen. Er ist ein mühsamer Weg, er führt durch Rückschläge, durch Vorurteile, durch gegenseitiges Nichtverstehen, Nicht- verstehenwollen, ja auch durch Hass, Streit, Verzweiflung. Frieden ist ein langer Prozess und das Ergebnis vieler Entscheidungen. Frieden beginnt mit dem ersten Schritt aufeinander zu.
Frieden schließt soziale Gerechtigkeit, also sozialen Frieden, mit ein. Ohne diesen sozialen Frieden kann es keinen dauerhaften Frieden geben, d.h. Wohlergehen, Glück, Ruhe, Sicherheit für alle Menschen. Frieden und Gerechtigkeit gehören untrennbar zusammen.
Vielleicht denken Sie auch an eine friedliche Versöhnung nach einem Streit mit Familienmitgliedern, Freunden, Nachbarn, unter Gemeindegliedern. Dazu hat Franz von Assisi uns ein Gebet hinterlassen, das wir immer am Volkstrauertag nach dem Gottesdienst am Ehrenmal sprechen:

„O Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man sich hasst, dass ich verzeihe, wo man beleidigt, dass ich verbinde, da wo Streit ist, dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist,
dass ich Glauben bringe, wo der Zweifel drückt,
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert,
dass ich Freude bringe, wo der Kum- mer wohnt.“

Das ist adventliche Erwartung.
Ich wünschen Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit und ein friedvolles neues Jahr.

Ihr Erhard Kälber

Der aktuelle Gemeindebrief für Dezember 2018 / Januar 2019 kann hier heruntergeladen werden: DOWNLOAD